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Fastenopfer Pfarrei Projekt

Zur Fastenzeit gehört traditionell das grosszügige Unterstützen der Solidaritätsprojekte des Fastenopfers in Afrika, Asien oder Lateinamerika.

Nun schon zum vierten Mal in Folge unterstützen wir während der Fastenzeit mit unserem persönlichen Teilen das gleiche Fastenopfer-Projekt in den Philippinen, ein Projekt in Agro-Ökologie, das Kleinbauernfamilien auf der Insel Mindanao in ihrem engagierten Einsatz für Ernährungssicherheit und ein gutes Leben in Würde stärkt. Passend zum Thema der Ökumenischen Kampagne geht es um Veränderungen und tiefgreifenden Wandel, zu dem auch wir etwas beitragen können. „Werde jetzt Teil des Wandels – Gemeinsam für eine Welt, in der alle genug zum Leben haben“.

Im Süden der Philippinen haben sich Tausende von Kleinbauernfamilien zum Netzwerk „Agro-Eco-Philippines“ aus über 300 lokalen Kleinbauern-Organisationen zusammengeschlossen. Sie spannen zusammen und unterstützen einander beim Dazulernen und Verändern ihres Alltages und beim kreativ-beharrlichen Einfordern ihrer Grundrechte. So wird Wandel möglich im eigenen Verhalten, im Familienalltag und im Zusammenwirken der Kapellen- und Dorf-Gemeinschaften, in der Landwirtschaft und in der Gemeindepolitik, mit der Zeit auch auf Provinz- und Gesetzes-Ebene. Wandel hin zu einem guten Leben in Würde für alle und zum langfristigen Erhalt der gemeinsamen Lebensgrundlagen, zu mehr Mitbestimmung und Gerechtigkeit, Frieden und Lebensglück. Dieser tiefgehende Wandel ist ein sehr langer Weg und lässt sich doch Tag für Tag annähern, über viele kleine Schritte an vielen kleinen Orten mit beherzter Ausdauer aufs gemeinsame Ziel zu. Es sind ganz konkrete kleine Schritte, in denen ein radikaler Wandel durchschimmert und langsam Wirklichkeit wird, in den Philippinen und hier bei uns:

• weg vom einsamen Kampf ums Überleben hin zum gemeinsamen Einsatz für ein Leben in Würde aller

• weg vom Streben nach Profitmaximierung zur Sicherung des eigenen Wohlergehens hin zur gemeinsamen Ausrichtung an den Grundbedürfnissen der lokalen Bevölkerung

• weg von grossflächigen, kapitalintensiven Monokulturen im Besitz einer kleinen Minderheit hin zu kleinräumiger, lokal angepasster Vielfalt, agro-ökologisch angebaut von Kleinbauern-Gemeinschaften zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes

• weg vom teuren uniformen Hybridsaatgut multinationaler Konzerne hin zum eigenen, selbstgezogenen und weitervermehrten lokalen Saatgut, den örtlichen Boden- und Wetterverhältnissen angepasst und ohne die Kleinbauernfamilien in Schulden zu stürzen

• weg vom teuren Kunstdünger, der Boden und Wasser belastet, hin zu selbstgemachtem Kompost, der die Bodenfruchtbarkeit erhält, und Mischkulturen, die sich gegenseitig beim Wachsen unterstützen wie Wurzelgemüse und Erdnüsschen oder Soja 

• weg von teuren chemischen Schädlingsbekämpfungsmittel, die die Mikroorganismen im Boden zerstören und die Gesundheit der Menschen gefährden, hin zu robusten Mischkulturen mit Pflanzen, die einander vor Schädlingsbefall schützen, mit Nützlingen, Push-und-Pull-Schutzmassnahmen und biologischen Hilfsstoffen

• weg vom sofortigen Verkauf der Ernte zu Tiefstpreisen hin zum Anlegen von Vorräten für die ganzjährige Ernährung der Familien- und Dorfgemeinschaften und dem Verkauf der sicher gelagerten Überschüsse zu einem späteren Zeitpunkt zu einem besseren Preis

• weg von der Landflucht in die Städte und ins Ausland hin zur Schaffung von Arbeitsplätzen auf dem Land durchs Verarbeiten, Haltbarmachen und Veredeln der Ernten und den Schutz der Quellen, Felder, Wälder und Küsten vor Erosion und Zerstörung

• weg vom risikoreichen Alles-Auf-Eine-Karte-Setzen hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft mit einer wachsenden aufeinander abgestimmten Vielfalt an Pflanzen und Tieren, dem Anbau von Nahrungsmittel, Heilpflanzen und Futterpflanzen, dem Anlegen von Wäldern und Weihern, einer grossen Vielfalt landwirtschaftlicher Methoden 

• weg von der durchrationalisierten möglichst kostengünstigen Produktion für den Weltmarkt hin zum Anbau von bezahlbaren und fair bezahlten Grundnahrungsmittel für die lokale Bevölkerung und die nahen Städte und die Schaffung sicherer Verdienstmöglichkeiten vor Ort

• weg von der ruinösen Abhängigkeit von Kreditgebern und Grossgrundbesitzern hin zu einem eigenständigen Arbeiten und Leben in solidarischer Lerngemeinschaft in den kleinbäuerlichen Organisationen und Nachbarschaften

• weg von der zweckorientierten Sicht von Mensch und Natur als billige Produktionsmittel hin zum staunenden Erahnen und respektvollen Bewahren eines vielfältig miteinander verknüpften kosmischen Lebensgewebes und hin zum Selbstbild als mitverantwortliches Geschöpf Gottes 

• weg vom Ausgebeutet- und Vertrieben-Werden hin zum gemeinsamen Einstehen für die eigenen Grundrechte, für lokale und regionale Mitbestimmung in Dorfräten und Provinzkomitees und hin zum kreativen Widerstand gegen Abholzung und Bergbau, Plantagenwirtschaft und Gentechsaatgut

• weg vom Gegeneinander-Ausgespielt-Werden hin zur bewussten Zusammenarbeit in regionalen Netzwerken, ethisch und religiös gemischten Nachbarschaften hin zur Friedensarbeit im Alltag durchs Tauschen von Saatgut, agro-ökologischem Wissen und vorsorgenden Schutzmassnahmen zum besseren Bestehen von Naturkatastrophen und Krisensituationen

• weg von Armut und Elend, Verzweiflung und Gewalt hin zu gelingenden Selbsthilfeprojekten und mehr handfester Hoffnung auf bessere Chancen auf ein Leben in Würde in solidarischer Gemeinschaft, heute und für nachfolgende Generationen.

„Werde jetzt Teil des Wandels – Gemeinsam für eine Welt, in der alle genug zum Leben haben“. Wir 

können den Wandel auf den Philippinen mit unserem grosszügigen Teilen unterstützen, mit unserem Handeln und Glauben dazu beitragen. Dabei werden wir wahrscheinlich erfahren, dass auch unsere Welt sich wandelt. Auch unser Alltag kann durchsichtig werden auf Gottes neue Welt hin. 

Daghang salamat kaninyong tanan ug sa atong Magbubuhat sa pagbag-o sa tanan. Vielen Dank und Freude am Wandel hin zu einem Stück Himmel auf Erden für uns alle.  

 

Für die Gruppe Solidarität weltweit:

Béatrice Battaglia

 

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